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Mittelstraße 16-20 Innerstädtische Sanierung und Neubebauung
Der Anblick des Fachwerkensembles Mittelstraße läßt das Herz jedes denkmal-affinen Architekten höher schlagen und gleichzeitig auch bluten.
Einige der ältesten Fachwerkhäuser der Stadt, letztes authentische Zeugnis mittelalterlicher Stadtstruktur, letzte zusammenhängende Fachwerkzeile in der Innenstadt..... – in einem desolaten Zustand. Eine reizvolle Aufgabe für Ästheten – und eine enorme Herausforderung für Bauherr und Planer, die Sanierung und Umgestaltung auch wirtschaftlich umsetzbar zu gestalten. Der Beitrag des Architekturbüros braunschweig. architekten aus Brandenburg an der Havel zum Architektenwettbewerb im Dezember 2009 geht von der Akzeptanz und behutsamen Annäherung an die Baustrukturen des 16. bis 18. Jahrhunderts aus und bewahrt weitgehend deren überkommene Raumstrukturen.
Im Hofbereich dagegen wurde zugunsten besserer Wohnbedingungen bewusst auf die Nebengebäude des 19. Jahrhunderts verzichtet. Die durch den Abbruch der Gründerzeitgebäude freiwerdenden Flächen und die benachbarten Baulücken werden mit zeitgemäßen Wohngebäuden bebaut.
Der Charakter des Ensembles ist durch das Spiel zwischen den historischen und modernen Häusergruppen und den dazwischenliegenden Freiräumen geprägt. Durch die vertikale Staffelung der rückwärtigen Bebauung entstehen interessante Sichtbeziehungen zum angrenzenden Park und die Belichtung der Bestandsgebäude wird verbessert.
Ein ruhiger Hof erstreckt sich als ungeteilter, fließender Raum und steht allen Nutzern zur Verfügung. Bodenbeläge aus Natursteinpflaster und Klinker sowie eine sparsame Akzentuierung durch Stadtgrün unterstreichen den städtischen Charakter.
Beim Entwurf der Neubauten wurde großer Wert auf Wirtschaftlichkeit gelegt.
Die Beschränkung auf einfache Kubaturen, geringe Stützweiten der Deckenkonstrutionen und überzeugende Detaillösungen sollen dazu beitragen bezahlbare Baukosten trotz beengtem Bauplatz und hochwertiger Ausstattung zu erzielen.
In den letzten Monaten wurden die Entwürfe noch besser auf die wohnungswirtschaftlichen Anforderungen der Bauverein Denkmal GmbH abgestimmt und erste Erkenntnisse aus Holzschutzgutachten und Bauforschung aber auch Hinweise der Wettbewerbsjury eingearbeitet.
In den Gebäuden entlang der Straße entsteht ein Nutzungsmix aus Wohnen und Gewerbe.
Der Hofbereich ist dem Wohnen vorbehalten. Allen Wohnungen kann ein Freisitz zugeordnet werden.
Die Grundrisse widerspiegeln die Unterschiedlichkeit der Gebäude – unverfälschte Altbauwohnungen, fließende Räume und sogar das klassische Einfamilienhaus. So können verschiedenste Nutzergruppen angesprochen werden.
Die Unterschiedlichkeit der Wohnungsgrößen und -arten soll die Entwicklung eines lebendigen Wohnquartiers mit einer ausgewogenen Alters- und Sozialstruktur unterstützen und dem Investor eine nachhaltige Vermietbarkeit sichern.
Derzeit wird die Genehmigungsplanung für die geplanten Abbruch- Sanierungs- und Neubauaufgaben vorbereitet und mit Ämtern und Behörden abgestimmt.

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